Kugelgelenke ausgeschlagen

Die K 1200 R im allgemeinen.

Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Reuselfriese » 11.02.2020, 14:13

Hallo,
ich habe gerade von meinem Freundlichen die K1200R aus der Winterinspektion zurückbekommen.
Leider ist das "Infoschreiben" mit dem Hinweis versehen, dass die Kugelgelenke des Radträgers vorne ausgeschlagen sind.
Dazu kommt dann auch auf Nachfrage die Aussage, dass es nicht gerade einfach ist die Kugelgelenke zu wechseln; es könnte den Radträger erwischen. Dann wird es richtig teuer.
Nun meine Frage: Hat schon einmal jemand bei einer Maschine von 2005 die Gelenke gewechselt?
Bei L24 sind beide zusammen für ca. 300€ zu bekommen.
Ich überlege schon mir entweder einen gebrauchten Träger zu besorgen und diesen dann bei hoffentlich besseren Köpfen zu wechseln.
Oder vielleicht bei diesem gebrauchten Träger einfach mal versuchen die Kugelgelenke zu wechseln.
Was meint ihr? Im Speziellen Meister Lampe, wohnhaft in meiner Nähe.
winkG
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon MichiC » 11.02.2020, 14:44

Mahlzeit.
Der einfachste und auch günstigste Weg ist tatsächlich den Radträger komplett zu tauschen. Mit ein bisschen Glück gibt es einen guten mit wenigen km für um die 200€.Achtung KR ist nicht gleich KS. Bei einer KS Gabel musst du die Bohrungen für Frontfender und Seitenteile neu bohren. Bei Erneuerung der Lager nur Originalteile verwenden. Dafür braucht man zwei dicke Stecknusse SW 50&55 glaub ich, einen dicken 300nm Drehmomentschlüssel einen Heissluftfön und diverses anderes Werkzeug(Schlagschrauber) . Dazu sollte man sich auch eine Halterung bauen in die man den Radträger einspannen kann.

Gruß Micha
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Rudi79 » 11.02.2020, 17:43

Kannst du selber schrauben?

Habe mein Radträger ausgebaut und bin dann samt neuer Kugelköpfe zu BMW gefahren.
50€ in die Kaffeekasse und in 15min war alles erledigt.
Muss halt ordentlich erwärmt werden, damit sich der Kleber löst.

Kann man auch selber machen, aber extra Werkzeug kaufen ist teuere, als die Kaffeekasse. ;)
Köpfe kosten beide zusammen 270€+ Kaffeekasse.

Dann hast du für etwa 300€ neue Teile drin, statt gebrauchte.
Kenne auch niemanden, der sich fürs Auto gebrauchte Querlenker kauft...
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Reuselfriese » 13.02.2020, 11:41

Hallo.
Vielen Dank für die Antworten.
Das scheint mir ja dann doch kein Hexenwerk zu sein.
Somit werde ich es dann einfach mal versuchen.
Und wie einige vielleicht gesehen haben, bin ich ja auch auf der Suche nach einer K1300S.
Wenn diese dann gefunden ist, habe ich die Möglichkeit in Ruhe mal die 1200er auseinanderzunehmen.
Da ich ja fahren, fahren, fahren will, habe ich dadurch keine zeitlichen Aussetzer.
Über geistige rede ich jetzt lieber nicht.
:lol:
Auf gutes Schrauben.
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon F22-Raptor » 01.05.2020, 13:53

Mal rein aus Interesse, welcher BMW Betrieb war das? Ich brachte meine zur Winterinspektion und bekam den identischen Anruf, meine Maschine auch 2005.
Gleiche Info, Gefahr das der Träger dabei zerstört wird. Meine Einwand, Leute, wenn ihr das wechseln müßt und ihr dabei was an meiner Maschinen zerstört, zahlt ihr das mal schön selber. Dafür gibts ne Betriebshaftpflicht...... finger
Ich habs machen lassen, vorderes Radlager war wohl auch hin, inkl. Inspektion, Bremsbelägen vorne und Bremsenentlüftung, 1300,— ärmer geworden....
46.000 km gelaufen.

Würde ich diese Reparatur selbst durchführen? Auf keinen Fall. Das ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil und wenn Du da Murks baust, da keine Ahnung von hast, bist Du, wenns doof läuft, in der nächsten Kurve im Busch und tot, das wegen paar Euro? Never!

Immer wieder ertaunlich zu lesen wie sehr der Sparsinn, das Gefühl für die eigenen Fähigkeiten, ausbremst. cofus
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Chucky1978 » 02.05.2020, 04:15

Also die Trägergelenke zu wechseln ist im Grunde 0-Problem für die Werkstatt.
Die Werkzeuge die man dafür brauch. Ob das der Aufstecksatz 50/55mm, Oder auch der Halter ist, lohnt sich jedoch kaum für reguläre Privatschrauber.

Den Radträger auszubauen und die Fachwerkstatt damit aufzusuchen ist definitiv das günstigste was man machen könnte.

Von Gebrauchtkauf würde ich hier diesbezüglich absehen aus mehreren Gründen.

- Ein Gebrauchtteil kostet mehr als die Kugelgelenke selbst, und man kann sich nicht sicher sein, ob diese auch nur die Saison überstehen würden, wenn sie denn intakt wären. In der Werkstatt hat man zumindest eine gewisse Garantie. Wenn dort die Teile nach 10.000 Km / 12 Monate wieder kaputt sind, ist der Ärger nicht ganz so groß.

- Einen Radträger gebraucht sollte man sich kaufen, wenn der eigene Radträger defekt ist, nicht wegen den Anbauteilen, die sehr wohl noch original zu beschaffen sind. Bremsamarturen sind hier eine Außnahme. Hier kann man tatsächlich ne Pumpe kaufen,um an die Dichtung zu kommen, aber das ist bei weitem nicht die Regel.

- zu anderen gibt es auch einen Grund, warum solche Teile einzeln verkauft werden. Mit Ersatzteilen macht man mehr Geld, aber zeitgleich benötigt es auch viel vertrauen, das nicht doch ein Unfall mit diesem Bauteil geschehen ist. Und wenn man als 2. Hobby nicht gerade Alubaren schmelzen auf der Liste hat, könnten bsp. 200€ für den Schrottie sein. Oder man gibt halt nochmal 300€ für einen Schmelzofen aus ;-)
Gruß Ingo
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Snaporaz » 02.05.2020, 08:55

ein sicherheitsrelevantes Bauteil


Das ist am Motorrad so gut wie alles. Na, nehmen wir mal die Sitzbank aus, aber auch die ...
Mit der Begründung kann so gut wie jedes eigene Schrauben am Motorrad sein lassen.
Zum Werkzeug ist noch zu bemerken, dass normale Stecknüsse nicht funktionieren werden, da sie zu kurz bauen, es gibt da spezielle Schlüssel in SW 50 und 55 von JMP.

Und die BMW-Werkstatt, die ohne Quittung mal eben die Gelenke für 50 € wechselt, hätte ich auch gerne. Gerade dann, wenn es wirklich das Risiko der Beschädigung gibt (und das nicht mal eben umsatzfördernd von den Werkstätten behauptet wird), würde ich so etwas nicht erwarten.
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Rudi79 » 02.05.2020, 12:34

Glaubt mal nicht, daß die Werkstätten den Schaden übernehmen würde.
Da wird man freundlich darauf hingewiesen, daß dabei etwas beschädigt werden könnte..bla,bla bla

Was soll da passieren. Das wird vernünftig, am besten per Heißluft, erwärmt, damit sich die Microverkapselung löst.
Dann wird der Kopf normal abgeschraubt.
Jeder mit etwas Schraubererfahrung hat das im Gefühl, ob sich die Schraube löst, oder nicht.

Schau dir mal bei Audi die Aluradlagergehäuse an.
Da hilft auch nur Wärme und Gefühl. Ebenso bei den Entlüftungsnippeln der Bremse.

Die BMW Werkstatt hätte das auch per Termin gemacht.
Aber wenn man da freundlich mit dem Werkstattmeuster redet.....
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Chucky1978 » 03.05.2020, 13:48

Snaporaz hat geschrieben:
ein sicherheitsrelevantes Bauteil


Das ist am Motorrad so gut wie alles. Na, nehmen wir mal die Sitzbank aus, aber auch die ...
Mit der Begründung kann so gut wie jedes eigene Schrauben am Motorrad sein lassen.
Zum Werkzeug ist noch zu bemerken, dass normale Stecknüsse nicht funktionieren werden, da sie zu kurz bauen, es gibt da spezielle Schlüssel in SW 50 und 55 von JMP.

Und die BMW-Werkstatt, die ohne Quittung mal eben die Gelenke für 50 € wechselt, hätte ich auch gerne. Gerade dann, wenn es wirklich das Risiko der Beschädigung gibt (und das nicht mal eben umsatzfördernd von den Werkstätten behauptet wird), würde ich so etwas nicht erwarten.


Werkstätten haben etwas, das nennt sich Haftpflichtversicherung.
Sollte etwas bei der Reparatur schief gehen, kommt diese dafür auf.
Ich bin sicher, das BMW hier auch ein gewisses Verfahren hat, sollten solche Probleme regelmäßig auftreten. Dies war bei der HAG-Aktion soweit ich es beurteilen kann ebenso.
Als Idee. BMW gibt bestimmte Geräte aus, um die Arbeiten zu erleichtern (Induktionswärme), oder gibt neue Vorschriften für den Betrieb heraus, ab wann sich eine Reperatur lohnt, und ab wann das Bauteil direkt ausgetauscht wird.
Beim HAG war dies soweit ich mich entsinne ebenfalls der Fall.

Bei den 50€ würde ich aber nicht davon ausgehen, das hier alles ordnungsgemäß verläuft im Falle der Fälle, da dieser Auftrag "schwarz" ist. Es existiert also kein Auftrag. Dementsprechend kann eine Versicherung gar nicht haften, und das Risiko ist allein eine Absprache zwischen Mechaniker und Kunde.

Ist ein Betrieb nicht in der Lage eine Reparatur durchzuführen, obwohl sie ein BMW-Betrieb sind, würde ich mir dieses Schriftlich geben lassen, und an BMW weiterleiten mit der bitte um Rückinfo wer den in der Lage ist, ihre Fahrzeuge instand zu setzen, wenn es nicht mal BMW-Fachwerkstätten sind.

Ich würde definitiv als Verbraucher nichts unterschreiben, was die Haftung ausschließt, und als Werkstatt würde ich nichts annehmen, wenn ich von der erfolgreichen Durchführung nicht überzeugt wäre.
Gruß Ingo
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Re: Kugelgelenke ausgeschlagen

Beitragvon Snaporaz » 03.05.2020, 19:28

Mit der Versicherung ist das vermutlich so eine Sache, da muss erstmal ein von der Versicherung abgedeckter Fall vorliegen. Wenn bei der Montage etwas schiefgeht, wird weder der Hersteller noch die Versicherung wirklich gerne den Schaden übernehmen. Und da gibt es Arbeiten, die, auch wenn nach Herstellervorschrift ausgeführt, gerne mal schiefgehen (z.B. Radlager in Achsschenkel einpressen), und da bleibt meiner persönlichen Erfahrung nach der schwarze Peter bei der Werkstatt.
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